Jerusalems Altstadt wird barrierefrei

DieAltstadt wird für Besucher und Einheimische mit Mobilitätsproblemen freundlicher

- Freitag, 17. Januar 2020    


Nach einem Jahrzehnt der Vorbereitung und Umsetzung präsentiert sich Jerusalem nun in der Altstadt in vielen Gassen barrierefrei. Die Initiative, an dem mehrere private und öffentliche Organisationen in Israel beteiligt waren, nimmt sich zum Ziel, die engen Gassen und steilen Steigungen der Altstadt für Besucher und Einheimische mit Mobilitätsproblemen freundlicher zu gestalten.

Die Altstadt von Jerusalem und ihre Mauern gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und unterliegen daher besonderen Denkmalschutzbestimmungen. Die Veränderung der bestehenden Infrastruktur war somit viel schwieriger als an anderen Orten der Stadt. Mit rund zehn Millionen Besuchern pro Jahr ist Jerusalem der meistbesuchte Ort in Israel.

Bei der Realisierung des Projekts gab es strenge Richtlinien sowohl von Seiten der UNESCO als auch von der israelischen Antiquitätenbehörde zu beachten. Wichtig war es, Gebäude oder Infrastrukturen nicht beschädigen, aber auch zu berücksichtigen, dass Jerusalem eine geschäftige Stadt ist, deren Bewohner und Besucher in der Lage sein müssen, einzukaufen, zur Schule oder zur Arbeit zu gehen.

Auch mobil eingeschränkte Personen haben nun die Möglichkeit, den historischen und kulturellen Reichtum der Stadt zu genießen. Im muslimischen, armenischen und christlichen Viertel wurden auf insgesamt vier Kilometern Rampen erbaut und entlang von Treppen auf etwa zwei Kilometer Handläufe installiert. Die bessere Zugänglichkeit der malerischen Gassen der Altstadt soll die Überlastung der Hauptstraßen verringern und es den Nutzern von Frachtwagen (einschließlich Kinderwagen), Rollstühlen ermöglichen, die touristischen Attraktionen der Stadt zu besuchen.

Das Projekt wurde vom Jerusalemer Ministerium für Kulturerbe und der Jerusalemer Entwicklungsbehörde finanziert und zusammen mit dem Ministerium für Tourismus, der Abteilung für Zugänglichkeit der Jerusalemer Gemeinde, der Nationalen Agentur für soziale Sicherheit und der Israelischen Antiquitätenbehörde, realisiert. Berater für mehr Barrierefreiheit begleiteten das Projekt in Hinblick auf die topographischen Gegebenheiten. Die Gesamtkosten lagen bei über 20 Millionen Schekel.

Darüber hinaus wurde auch die Zugänglichkeit der Altstadt verbessert. Ein kostenloser Park & Ride-Shuttle verbindet den Parkplatz am Bahnhof mit der Altstadt zu erreichen. Der Bus fährt Sonntag bis Donnerstag von 8:00 bis 20:00 Uhr, dienstags und donnerstags von 07:00 Uhr, Freitag - bis eine Stunde vor Eintritt des Sabbats). Der Shuttle fährt alle 20 Minuten, ein zugänglicher Shuttle für Rollstuhlfahrer einmal pro Stunde. Das Parken kostet 17 Schekel/ca. 4,5€  pro Tag.

Die East Jerusalem Development Company stellt eine gedruckte Orientierungskarte zur Barrierefreiheit sowie eine spezielle Anwendung in acht Sprachen zur Verfügung.

Über die kostenlose Echtzeit-Navigationsanwendung Accessible JLM-Old City (in acht Sprachen verfügbar) für Android und iOS erhalten Interessierte alle wichtigen Informationen.

Mehr Informationen: http://jerusalemcvb.com/

Kontakt: 

Anat Landa
anatl@jda.gov.il


Jérôme Poulalier
jerome.poulalier@gce-agency.com


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